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Ostsee-Zeitung 28.03.2011
Klangvolle Pracht und Standing Ovations bei 10. Barther Kammermusiktagen.Über 430 Gäste erleben am vergangenen Wochenende den Auftakt im Ringhotel Speicher . An herzlichen Glückwünschen, bewegenden Konzerten und viel Prominenz mangelt es nicht. Im Gegenteil.
Ein roter Teppich war nichtnötig. Im ersten zweistelligen Jubiläumsjahr der Kammermusiktage gehört es zum guten Ton, bei der Eröffnung dabei zu sein. Bereits am ersten Tag des Kartenverkauf es war der Galaabend im Speicher zur Hälfte verkauft. Aus Heidelberg, Gießen, Bremen, Hamburg, Berlin, Greifswald, Güstrow und Schwerin reisten Musikliebhaber in diesem Jahr an. Vertreter der Politikund Wirtschaft nahmen sich für den üppigen Auftakt Zeit. Die regionale Verwurzelungund die überregionale Strahlkraftsind die Stärke der Barther Kammermusiktage , schrieb der terminlich verhinderte Kulturstaatsminister Bernd Neumann in seinem Grußwort. Sie seien ein herausragendes Beispiel in der bundesweiten Kulturlandschaft und trügenviel zur Identität der Region bei. Es ist beeindruckend, wie dasFestival anzieht , stellte Bürgermeister Stefan Kerth fest. SeinenDank und beste Glückwünscheüberbrachte er dem Art-Club unddessen künstlerischen Leiter, Martin Panteleev. Das Festival habe ursprünglich eine Nische gefunden und sie erfolgreich nach vorn gebracht. Und: Es ist die zarteste Versuchung seitdem es Kammermusikgibt. Es ist ein bewegender Moment , äußerte Martin Panteleev. Ich hätte es mir nicht erträumt,dass sich das die Kammermusiktage so entwickeln würden. Wir sindsehr glücklich, es soweit gebrachtzu haben. Er und die Vorsitzendedes Art-Club, Christel Bork, erhielten jeweils den goldenen Notenschlüssel für ihren musikalischenund organisatorischen Einsatz.Martin Panteleev fügte hinzu: Wir haben es alle zusammen aufgebaut. Damit würdigte er auch den herzlichen Zuspruch seitens der immer weiter anwachsenden Hörerschaft. Fand Antonio Vivaldis Concerto Grosso fürzwei Violinen in d-Mollop. 3 Nr. 11 viel Anklang, so erhielt Derek Han als Solist von Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert in A-Dur KV 414 für seinen frischen, sanglichen und vielseitigen Anschlag viel Applaus und etliche Bravorufe. Nicht minder glanzvoll präsentierte sich Rusalina Mochukova. Aufgrund ihrer erkrankten Kollegin stellte die Sopranistinihr Programm kurzfristig von Pergolesis Stabat Mater auf einen beschwingenden Operettenabendum. Damit debütierte die begleitende Pianistin Lenny Pargavelova als Arrangeurin. Sie schrieb die geliebten Melodien von Robert Stolz undFranz Léhar angemessen um. AuchGeorge Gershwins Klassiker Summertime . Der Speicher ist der passende Ort für dieses Festival , fand Ruth Lenz nach ihrem Deutschlanddebüt in Barth. Sowohl das aufmerksame und enthusiastische Publikumals auch der Auftritt mit ihren Musikerkollegen im Rampenlicht fanddie Konzertmeisterin des RenoChamber Orchestra (USA) großartig. Es ist etwas Besonderes , stimmte ihr Derek Han zu. Bereits zum dritten Mal gastierte der international renommierte Pianist in der Boddenstadt. Wir spüren dieEnergie der Gäste während des Spielsund genießen diesen engen Kontakt sehr. Das Festival lebe den Gedanken der Kammermusik: mitFreunden für Freunde zu spielen. Die Kammermusiktage sind einegute Tradition geworden. Ich wünsche ihnen viele weitere wundervolle musikalische Erfahrungen. Diese ermöglichte er allen im Speicher Versammelten am zweiten Abend, am Sonnabend. Zusammen mit Ruth Lenz und Julia Krasteva bewies Han bestens, dass Franz Schuberts zweites Klaviertrio in Es-Dur D 929 von den Stühlen reißen kann. Im Verklingen des letzten Tones erhoben sich etliche begeisterte und klatschende Konzertgänger. Ruth Lutz zartes, fast zerbrechliches Violinspiel, Julia Krastevas wunderbar runder und voller Celloton und Derek Hans packendes Spiel am Flügel sorgten für einen Ohrenschmaus. Mit MartinPanteleev und dem Bratscher Ivo Krastev gelang danach eine bereichernde Darbietung von Antonin Dvoráks bekanntem Klavierquintett in A-Dur op. 81
Uwe Roßner





